Samstag, 12. September 2015

Nicole Könige - Indie-Autor-Challenge


Heute habe ich die Indie-Autor-Challenge von Nicole König im Gepäck, die will ich Euch nicht vorenthalten:

Heute bin ich dran! Nicht nur das mein neuer Roman "Ein Moment Hoffnung" gerade erschienen ist und ich die ganze Woche über kribbelig bin, nein ich habe heute auch die Ehre meine Challenge mit euch zu teilen. Die liebe Any Swan hat mich nominiert und hier ist für euch meine Geschichte zum Schmunzeln.

1. Schaukel
2. Strumpfhose
3. Nacktbaden
4. Latte
5. Schleudergang
6. Sonnenbrille
7. Hummel
8. Tischbein
9. Regenbogen
10. Schlüsselloch
11. Traumdeutung
12. Drahtseil
13. Lippenstift
14. Spiegel
15. Luxus

Heute ist mein großer Tag. Die ganze Welt diskutiert über die Bücher des armen, gestörten Millionärs, der eine jungfräuliche Studentin rangenommen hatte. Mir reicht das lesen nicht! Ich will es ausprobieren. Mühsam ziehe ich mir die eigens hierfür erworbenen halterlosen Strümpfe an. Auf die Strumpfhose, die ich normalerweise trage, habe ich verzichtet. Anschließend streife ich mir das enganliegende Etuikleid über, bevor ich mir vor dem Spiegel die Lippen mit Rouge Coco dem knallroten Lippenstift von Chanel nachziehe. Für den heutigen Tag habe ich keine Kosten und Mühen gescheut und mir jeden erdenklichen Luxus gegönnt. Es muss einfach perfekt werden.
Vor einigen Tagen hatte ich mit Any bei einem Latte Macchiato den Plan gefasst und die Anmietung vorgenommen. Any ist meine beste Freundin. Bereits in der Schule haben wir die verrücktesten Dinge angestellt. Von Nacktbaden mit Schwimmbadeinbruch bis Spontankurztrip war alles dabei. Natürlich kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Das Ganze ist schon ein ziemlicher Drahtseilakt, aber wenn ich es nicht in Angriff nehme, dann werde ich mich immer fragen, ob ich was verpasst habe. Bislang habe ich mich immer allem gestellt und Dinge aus Neugier ausprobiert. Wie kann man sagen, ob einem etwas schmeckt, wenn man es nie gekostet hat, war seit jeher meine Devise. Nachdem ich Any von meinem Traum erzählte, der mich vor einigen Wochen heimgesucht hatte, brachte sie ein Buch über Traumdeutung mit zu unserem Treffen. Da stand es schwarz auf weiß, das Probieren über studieren geht.
Nun war ich also auf dem Weg zu meinem ersten Mal. Die Adresse war schnell ins Navigationsgerät eingegeben. Ich hatte vorher alles geplant und werde in jedem Fall rechtzeitig eintreffen. Es hat gerade aufgehört zu regnen und die Sonne bahnt sich einen Weg durch die Wolken, was mich dazu veranlasst zu meiner Sonnenbrille zu greifen und diese aufzusetzen. Ein wenig nervös bin ich schon und darauf gespannt, was mich erwartet. Nach einigen Metern sehe ich den schönsten Regenbogen, den ich je gesehen habe, am Himmel. Wie gern würde ich das Schauspiel ein wenig beobachten aber dann würde ich zu spät kommen und welche Strafe in dem Fall auf mich zukommt, mag ich mir gar nicht ausmalen.
Endlich angekommen suche ich mir einen Parkplatz, steige aus und gehe auf das Haus zu, welches mir beschrieben wurde. An sich kann ich auf den ersten Blick nichts Anrüchiges erkennen. Sieht alles sehr gepflegt aus. Ich riskiere einen Blick durchs Schlüsselloch, leider ohne Erfolg. Mit zittrigen Fingern betätige ich die Klingel, während nur wenige Sekunden später der Türsummer mich zum Eintreten auffordert.
Vorsichtig öffne ich die Tür und sehe eine weitere, die einladend offensteht. Die High Heels klappern auf dem Marmorboden, als ich die Wohnung betrete, die in schummriges Licht getaucht ist. Ich muss mich erst an die Dunkelheit gewöhnen und stoße meinen Fuß prompt an etwas Hartem und fluche laut. Als meine Augen die Umrisse schemenhaft wahrnehmen, kann ich erkennen, dass ich soeben mit einem Tischbein Bekanntschaft gemacht habe. Ich spüre, wie von hinten jemand an mich herantritt und mir eine Augenbinde umlegt. Dann wird mir das Kleid ausgezogen, so dass ich nur noch mit den halterlosen Strümpfen und meinen Schuhen dastehe. Glücklicherweise erkenne ich den Duft, sonst wäre ich vermutlich in Panik verfallen. Er führt mich weiter in den Raum und bringt jeweils an meinen Armen und Beinen Manschetten an. Vor Aufregung bringe ich kein Wort heraus und halte die Luft an. Als ich hochgezogen werde und somit nicht mehr auf meinen eigenen Beinen stehe, begreife ich, dass ich in einer sogenannten Liebesschaukel festhänge und stoße den angehaltenen Atem aus. Da wir beide nicht wirklich viel Übung damit haben, schaukle ich unkontrolliert im Raum hin und her und fühle mich wie im Schleudergang. Es fällt mir schwer, mein Lachen zu unterdrücken aber mit Erotik hat das gerade so gar nichts zu tun. Als ich dann laut anfange zu prusten, erhalte ich einen Schlag auf meinen Po, der plötzlich kribbelt als hätten sich 100 Hummeln darauf niedergelassen. Diese Aktion sorgt dafür, dass ich weiterhin unkontrolliert in dieser Liebesschaukel durch die Gegen wippe und mich nun vor Lachen überhaupt nicht mehr halten kann. Schnell werde ich losgebunden und das Licht wird angeknipst. Zuerst muss ich blinzeln, dann sehe ich meinen Mann vor mir, der ebenfalls ein verschmitztes Grinsen auf den Lippen hat und mich in seine Arme zieht.
„Baby, das brauchen wir doch nun wirklich nicht, oder?“
Jetzt brechen wir vollständig in Gelächter aus und fallen in dieser ausgelassenen Stimmung in der extra dafür angemieteten BDSM Wohnung übereinander her.

Eins hat mir die Aktion gezeigt: Ich muss nicht jedem Trend nachgehen.


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