Sonntag, 18. September 2016

Blogstory - Ein Surfer zum Verlieben 3 (7)


„Vor allem ist er unmöglich!“, stieß Warden empört hervor. Lindsay hatte den Eindruck, der Umschnall-Dildo käme für Warden einer persönlichen Beleidigung gleich und erneut begann sie zu kichern. Der Gesichtsausdruck ihres Liebsten war einfach Gold wert.
„Was schreibt er?“
„Lieber Warden, jetzt wo du unter der Haube und offiziell Lindsays Pussy bist, anbei das passende Spielzeug. Deine Frau wird wissen, was damit zu tun ist.“
„Ist noch was in dem Karton?“ Warden langte hinein und zog eine Tube Gleitcreme hervor. Er reichte sie Lindsay, die sie öffnete und daran roch. „Mmh, Champagner-Erdbeere“, murmelte sie erfreut und legte sie beiseite. „Noch was?“ Warden hielt eine weitere Packung in die Höhe. „Du hast recht, der Typ ist echt unmöglich. Penisringe?“
Warden besah sich die dazugehörige Karte. „Ja, denn laut ihm bin ich fortan nicht nur deine Pussy, sondern werde auch langsam alt und impotent.“
„Das kann man dir weiß Gott nicht vorwerfen, Hübscher“, tröstete Lindsay ihren Mann. Lindsay nahm das Set mit den Penisringen entgegen. „Hey, da hängen Schildchen dran. Ohhhh, schau mal, an dem winzigen 25-Millimeter-Ring hängt dein Name und seiner …“
„Lass mich raten. Am größten, was?“
Lindsay bestätigte seinen Verdacht mit einem Nicken. „Hey, sein Schwanz ist vermutlich so klein wie Kahoʻolawe. Alles Minderwertigkeitskomplexe“, beruhigte sie Warden, der daraufhin lachend den Kopf schüttelte.
„Vermutlich, aber erinnere mich daran, Pat nachher eine Fuck-du-bist-so-ein-Sack-SMS zu schicken.“
„Das werde ich“, versicherte ihm Lindsay schmunzelnd. „Was haben wir hier noch Schönes?“
„Oh, schau mal. Das hier ist von Hope und Aiden. Mach du auf.“
„Sieht aus wie ein Buch. Das solltest du vielleicht öffnen.“
„Ich weiß ja, dass du Bücher für die Ausgeburt des Teufels hältst, Liebster, aber findest du nicht, das hier nimmt langsam bibliophobische Züge an?“, behauptete Lindsay und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Trau dich, Hübscher, die meisten Bücher beißen nicht. Nur die kleinen und das hier ist ja ein richtig fettes Buch.“
„Witzig, Lindsay, ich habe keine Angst vor Büchern, ich mag sie nur nicht besonders.“
Lindsay rückte an ihn heran, legte ihm einen Arm um und flüsterte in sein Ohr. „Ist schon okay, dass du Angst hast, Babe, ich verrate es auch keinem deiner Freunde“, neckte sie ihn. Warden zückte sein Handy und begann zu tippen, keine halbe Minute später piepste das von Lindsay. Sie schnappte es und ihre Augen weiteten sich, als sie die Nachricht las. „Fuck, du bist so ein Sack“ stand dort. Sie beugte sich zu Warden und küsste ihn. „Witzig!“, kommentierte sie seine Aktion.
„Viel witziger als du mit deiner Bibliophobie. Ich meine mal ernsthaft, wer hat denn bitte schön Angst vor Büchern.“
„Bäume?“ Warden verdrehte die Augen, woraufhin Lindsay hinzufügte: „Oder die Bibliophobiker.“
„Oh mein Gott, Weib, du schaffst mich! Ich mache Aidens Geschenk jetzt auf, bevor das hier schlimmer wird.“
Lindsay nickte und sah Warden dabei zu, wie er geschickt den Knoten des Satinbandes löste und das liebevoll verpackte Geschenk öffnete. „Wow!“, wisperte Lindsay ehrfürchtig. Sie streckte die Hand aus und ihre Fingerspitzen fuhren über die Prägung des Ledereinbands. „Lindsay und Warden“ stand dort. Warden klappte das großformatige Album auf und staunend betrachtete das Paar die Aufnahmen, die Aiden in den letzten Monaten von ihnen angefertigt hatte. Es war eine Mischung aus Schnappschüssen, die flüchtige Momente festhielten, und Fotos, bei denen sie für Aiden posiert hatten.
„Du bist so schön“, raunte Warden Lindsay ehrfürchtig zu. Er wusste ganz genau, dass sie selbst sich oft nicht so sehen konnte, doch es änderte nichts daran, wie er sie wahrnahm. Er betete ihren Körper an und wünschte sich lediglich, dass sie mit ihm ins Reine kam.
„Ich liebe dein Lachen“, wisperte Lindsay, als sie die nächste Seite aufschlug, auf der sich eine Aufnahme von Warden befand, der mit seinem Sohn Leander herumalberte.
„Und ich liebe dich“, erwiderte der blonde Surfer liebevoll und sah Lindsay tief in die Augen. „Ich bin so froh, dass du endlich meine Frau bist. Ich habe diesen Tag so sehr herbeigesehnt und nun sind wir schon fast 24 Stunden verheiratet. Es ist erschreckend, wie schnell die Zeit vorbeigeht und ich möchte sie anhalten, denn ich will nicht, dass sie einfach so vorbeifliegt. Ich will jede verdammte Millisekunde mit dir auskosten und genießen.“
Lindsay lachte hell auf und entgegnete dann knallhart: „Zum Glück kann Pat das nicht hören, du klingst gerade echt wie eine Pussy.“
Warden seufzte leidgeprüft. „Warum war mir klar, dass du so was vom Stapel lassen würdest?“
Seine Frau zuckte mit den Schultern, klimperte unschuldig mit den Wimpern und antwortete: „Vielleicht weil du mich kennst?“
„Ja“, stieß Warden hervor. „Ich kenne und ich liebe dich. Jede Faser meines Körpers tut es, ich schwöre es.“ Lindsay war wieder einmal überwältigt von Wardens Intensität. Seine Vehemenz war auch nach all der Zeit immer noch beeindruckend und wie so oft, konnte sie nicht anders, als ihn zu küssen. „Du weißt, Sonnenschein, ich bin nicht der Typ, der an morgen denkt. Ich lebe im Moment, aber ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass es immer ein ‚morgen‘ mit dir geben wird – und das, obwohl du das unromantischste Weibsbild auf der ganzen Welt bist und mir vermutlich gleich wieder einen dummen Spruch drücken wirst.“
Lindsay kroch auf seinen Schoß, schlang ihre Arme um seinen Hals und küsste Warden leidenschaftlich. „Nein, diesmal nicht“, hauchte sie an seinem Mund. „Ich liebe deine Liebeserklärungen.“

Alle Rechte liegen bei Violet Truelove

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