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Autoren und ihre Bücher

Mittwoch, 13. April 2016

Releaseparty S.M.S. & Blogger: Autor & Blogger im Dialog ~ Stella Jante



Es ist der 11.04.2016 und ich bin mit Stella Jante zum Kaffee verabredet. Schön wär’s! Uns trennen fast 1000 km. Ich komme aus dem Norden Deutschlands und Stella  ist wohnhaft in Italien, sie kommt aus Meran in Südtirol.

Wir haben uns verabredet zum Telefongespräch, uns einfach mal austauschen über das Leben als Autorin und Bloggerin… Normalerweise interviewen Blogger eine Autorin, aber bereits als das Gespräch anfing, war klar: Das wird kein Interview, nein das wird ein ganz normales Gespräch zwischen uns beiden.
Was mir als erstes auffällt, ist der sympathische Dialekt. Die Frage, ob das jetzt bayrisch oder eher Tiroler Dialekt ist, vielleicht sogar noch ganz was anderes, die ist mir im Gespräch gar nicht eingefallen.  Ich muss zugeben, ich habe mir nie viele Gedanken darüber gemacht, dass Südtirol Deutsch und Italienisch ist. Warum auch? Ist ja so weit weg… Aber gestern - während des Gesprächs mit Stella - ist mir bewusst geworden, wie wenig man eigentlich darüber weiß, wo überall Menschen mit einer deutschen Nationalität leben.
Stella meinte, sie fühle sich manchmal wie ein Alien: Die Italiener sagen, dass sie keine Italienerin sei, die Deutschen, sie sei keine Deutsche. Sie spricht Deutsch, Italienisch, Englisch und Französisch. Alle Sprachen spricht sie fließend falsch (das behauptet Stella von sich selbst) und doch führt sie die tollsten Gespräche damit. Ich bin davon völlig begeistert, bei mir reicht es gerade so für ein bisschen Schulenglisch -  ok, ich könnte mir einen Burger bestellen und sagen, wie ich heiße. Stella dagegen hat immer mal wieder ins Italienische gewechselt. Fließend und ohne Schwierigkeiten, das bewundere ich.
Gleich vom ersten Moment an haben wir eine Gesprächswelle. Mir schien es, als ob wir uns schon Jahre kennen würden, und das kann ich ganz sicher verneinen.  Stella ist ein kreativer Kopf, das merkt man gleich. Gerade was den Bereich Fantasy betrifft, haben wir sehr ähnliche Vorstellungen und Ansichten.

Auf die Frage von Stella, was für mich gute Fantasy ausmacht, war schnell klar, dass wir dieselben Ansichten haben.  Ein guter Fantasy ist es dann für mich, wenn hinter den Charakteren noch mehr steckt. Wenn z.B. der Charakter eine Herkunft hat, klar ist, wer seine Eltern sind, um was es sich für ein Volk handelt, von dem er abstammt.

Beispielgebend dafür ist R.R. Tolkien. Der Mann hat eine Welt kreiert, die seinesgleichen sucht. Stella sagte mir, dass sie die Arbeit von Tolkien sehr schätzt und man von so einem Meister lernen sollte. Wichtig bei wirklich guter Fantasy für sie ist der persönliche Bezug zu der Geschichte. Das ist wohlmöglich das i-Tüpfelchen, das die Geschichte ausmacht. So hat es auch Tolkien seinerseits gemacht, denn wer sich mit diesem Autor beschäftigt hat, wird wissen, dass er mit Herr der Ringe den 2. Weltkrieg und seine damit verbundenen Erfahrungen verarbeitet hat.  

Auch Stella hat einen persönlichen Bezug zu ihren Geschichten und Sagen, ist sie doch mit ihnen großgeworden und verwurzelt in ihrer Heimat. Sind es nicht oftmals die Sagen der Vergangenheit, die die schönsten Geschichten beherbergen? Man muss sie einfach nur wieder zum Leben erwecken. Das macht Stella mit ihren Büchern, indem sie den Sagengestalten des Südtiroler Raums neues Leben einhaucht.  Sie hat Steckbriefe für ihre Charaktere, diese wachsen und werden umfangreicher mit jeder Seite, die sie schreibt. Die Charaktere entwickeln sich wie auch im wirklichen Leben.
Wenn man bedenkt, dass ihr erstes Fantasy-Buch eigentlich für ihren Mann als besonderes Hochzeitsgeschenk gedacht war! Sie niemals daran gedacht hatte, diese Geschichte zu veröffentlichen. Ja, wir müssen ihrem Mann danken, denn er hat den Anstoß dazu gegeben. Und gemeint, dass diese Geschichte nicht nur für ihn bestimmt sei, nein, auch andere sollten die Chance erhalten, das Buch lesen zu können.
Wie ich bereits sagte, das war kein normales Interview. Denn auch Stella war neugierig, wer eigentlich ich bin - die Bloggerin hinter „Eine Bücherwelt“ ! Im Vorfeld hatte sie bereits mitbekommen, dass ich derzeit in einer Kaserne schlafe. Das warf schon mal die Frage auf: Was zum Kuckuck macht man da? Das ist schnell erzählt: Ich habe seit dem 01.04. eine neue Dienststelle, in der ich meinem Dienst als Beamtin nachgehe. Ja, ich verdiene mein Geld nicht mit meinem liebsten Hobby , sondern gehe - wie die meisten von uns - einer Tätigkeit nach. Und da diese Dienststelle fast 400 km von daheim weg ist, schlafe ich nun in der Kaserne  -  wo ich fast 13 Jahre als Soldatin gedient habe. Was wiederum die nächste Frage aufwirft: Wie kommt frau auf die Idee, zur Bundeswehr zu gehen? Jetzt könnte ich euch den Standardsatz sagen: Das war mein Kindheitstraum. Aber nein, so war es bei mir nicht ganz. Ich bin zwar schon immer mit der Bundeswehr irgendwie verbunden gewesen, doch den Ausschlag gaben meine beiden Cousins, 6 Monate älter und beide Soldaten gewesen. Den beiden wollte ich beweisen, dass frau das auch kann! Mit dem Unterschied, dass die beiden zur Luftwaffe gegangen sind und ich zum Heer.  Mit allen Höhen und Tiefen, mit allen Vorurteilen und ja, auch Anfeindungen, bin ich meinen Weg gegangen, habe viele tolle Kameraden kennenlernen dürfen und bereue nichts.

Stella fragte mich, ob man als Blogger nicht irgendwann selbst daran denkt zu schreiben. Ich kann das mit Ja und Nein beantworten, denn ich habe gehörigen Respekt davor. Die Bücher, die ich lese, egal ob Fantasy oder Liebesgeschichten, Dramen oder Lebensgeschichten, sind mal gut, mal weniger gut, mal tiefgreifend und dann wieder oberflächlich. 


Ich habe vor einiger Zeit an einem Wettbewerb von einem Fantasy Autor teilgenommen, man konnte einen Charakter vorstellen. Der Gewinner durfte seinen Charakter im zweiten Buch wiederfinden. Ich habe dafür einen Steckbrief oder Charakterbogen gemacht, den ich aus dem Pen & Paper Bereich mehr oder weniger adaptiert habe. Da waren sie wieder die Gemeinsamkeiten, die Stella und ich für uns im Gespräch gefunden haben, denn auch sie hat Steckbriefe für ihre Charaktere. Nur das mit Pen & Paper kannte Stella noch nicht. Was sie sich aber mal anschauen will.
Ein Thema, was im Gespräch zwischen Autoren und Bloggern immer wieder aufkommt, sind Rezensionen und Kritik. Wie objektiv kann man generell als Leser und Blogger denn nun tatsächlich ein Buch rezensieren? Ist das überhaupt möglich, objektiv zu bleiben? Stella glaubt nicht daran.  Ja, ich gebe zu, es ist nicht immer einfach! Das hat mit Vorlieben zu tun, ja auch gegenüber dem Autor, der hinter dem Buch verborgen ist. Mit der Tagesform und was weiß ich alles! Ich versuche immer, so objektiv wie möglich ein zu Buch bewerten.
Auch Kritik üben ist schwierig. Wie übt man denn Kritik, ohne böswillig zu erscheinen? Gesunde Kritik ist gut und wichtig, denn daraus kann man auch seinen Nutzen ziehen. Wenn ich auf meinem Blog an einem Werk Kritik übe, dann begründe ich diese. Warum? nur so kann der Autor - sollte er die Rezension lesen - wissen, was mir nicht gefallen hat, wo es für mich hängt, Logikfehler, etc.  Mir ist wichtig, dass bei aller Kritik der Ton höflich bleibt, man nicht kränkend oder anmaßend wird. Da sind Stella und ich uns einig. Kritisch schreiben ja, aber höflich bleiben.
Und wie geht Stella denn mit Kritik um? Genauso. Wenn sie ehrlich und freundlich ist, dann ist Kritik für sie nichts Schlechtes. Wenn eine Rezension aber nur aus einem Negativ-Satz besteht, dann ist das keine Kritik und sagt nichts aus.

Wichtig ist für uns beide, dass die Geschichte fließend ist. Dass man sich beim Lesen wohlfühlt und eintauchen kann in eine neue Geschichte.

Ich kann gar nicht alles wiedergeben, worüber wir gesprochen haben. Denn -  typisch Frau - ist aus einem kurzen geplanten Gespräch - Stella hatte eigentlich noch zu arbeiten -  1 ½ Stunden geworden.

Ich danke ihr für die Zeit, die sie sich genommen hat. Und hoffe auf einer der Messen Stella persönlich kennenzulernen, denn am Telefon ist sie eine super-sympathische und mit einem tollen Dialekt sprechende Persönlichkeit!

Große Releasparty auf Facebook



Es gibt auch was tolles zu Gewinnen, was müsst ihr dafür tun - das ist einfach beantwortet einfach meine Frage!

Was würdet ihr gerne mal von Stella Jante wissen wollen?
Ich werde die Fragen dann auch an Stella weitergeben.



Gewinnspielregeln:
✩ Seid über 18 Jahre alt oder habt die Erlaubnis eurer Eltern.
✩ Nach Ablauf des Gewinnspiels können wir euch im Falle des Gewinns eine Email senden. Hierfür müsst ihr uns eure E-Mail-Adresse hinterlassen.
✩ Wir übernehmen keine Haftung und es gibt keinen Ersatz falls das Paket verloren geht.
✩ Der Gewinn wird nicht bar ausgezahlt.
✩ Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
✩ Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.
✩ Das Gewinnspiel endet am 14.04.2016 12:00 Uhr. Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt schnellstmöglich.

Zum Schluss wünsche ich allen Viel Spaß und 
Lesevergnügen  auf der Blogtour und drücke 
allen teilnehmenden Lesern die Daumen bei 
unserem Gewinnspiel!

10 Kommentare:

  1. Toll geworden, Jeanette. Danke für den schönen Austausch und diesen Beitrag dazu! Liebe Grüße aus dem südlichsten deutschen Landen ;-) Stella

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  2. Danke war echt toll!!! Stella wie bist du den zum schreiben gekommen, wolltest du das schon immer machen? Hast du ein bestimmtes Ritual dabei?
    Sandra

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    1. Ich habe mir selbst das Schreiben im Kindergarten beigebracht, weil ich es scheinbar nicht erwarten konnte, damit zu beginnen!
      Schreiben begleitet mich schon das ganze Leben. Ich habe es mir zum Beruf gemacht - vorher als Journalistin, später als Sachbuchautorin und seit ein paar Jahren als Fantasy-Roman-Autorin. Vor allem bei letzterem entwickle ich eine große Leidenschaft.
      Als Hochzeitsgeschenk für meinen Mann geplant, ist es heute das größte für mich.
      Ritual habe ich keines - ich brauche einen Laptop, Strom dazu und einen ruhigen Ort, an dem ich schreiben kann. Das kann mein Bett, mein "Schreibstuhl", den mir mein Mann geschenkt hat, oder ein Platz auf der Terrasse oder in der Natur sein...

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  3. Hallo,

    mich würde interessieren welche ihrer Protagonisten ihr am ähnlichsten ist.

    LG
    SaBine

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    1. Nun,Mena ist eine Mischung zwischen mir und ein, zwei Freundinnen - genauso aber wie von der Dienerin Danus - von der habe ich scheinbar auch was, sagen zumindest mein Mann und meine Söhne ;-)

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  4. Hallo,
    Liebe Stella, wenn du dich entscheiden müsstest in welcher Welt du leben möchtest, welche wäre es? Unsere reale Welt oder Andrswelt? 😉
    Liebe Grüße
    Stefanie

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    1. Ich hätte gerne einen Fuß in der einen wie der anderen - wie Mena und Kinnon. Eine Entscheidung - nur hier oder nur dort - die fiele mir schwer...

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  5. Mich würde interessieren, woher sie ihre schönen Inspirationen für ihre Bücher nimmt?

    Liebe Grüße,
    Daniela

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    1. Aus dem Alltag, liebe Daniela - und den Sagen, die ich von kleinauf kenne und liebe... Alles kann einen inspirieren. Wenn mir etwas auffällt, ein Thema mich berührt, landet es irgendwie in dem Kapitel, das ich schreibe...

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  6. Ich habe es etwas längere laufen gelassen, da ihr ja noch Fragen an Stella hattet.
    Nun habe ich die Gewinnerin gezogen:

    Daniela Schiebeck, herzlichen Glückwunsch.
    Bitte meldet dich bei mir!

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