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Montag, 29. Oktober 2018

Bonnie Poitras Tucker - Der Klang von fallenden Schnee

Klappentext:

Ich lehnte mich gegen meine Mutter und konnte fühlen, dass sie noch immer redete. Komisch, dachte ich. Wieso kann meine Mutter im Dunkeln reden und ich nicht? Bonnie Poitras Tucker kann in der Dunkelheit nicht reden, weil sie taub ist und von den Lippen ablesen muss. Sie spricht aber so perfekt, dass andere ihr ihre Taubheit nicht abnehmen. Eigentlich das größte Kompliment, wenn es auch hart erkämpft ist. Sie heiratet, zieht drei Kinder auf, macht unter schwierigsten Umständen als Juristin Karriere. Kein Hindernis in einer Welt, die nur auf Hörende eingestellt ist, ist für sie so groß, dass sie es nicht mit Phantasie und Hartnäckigkeit überwinden könnte.Bonnie Tucker erzählt ihre eigene Geschichte so anschaulich und faszinierend, dass wir den Klang der Dinge um uns herum neu wahrnehmen.

Taschenbuch: 367 Seiten 
Verlag: Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Bastei Verlag); 
Auflage: 2 (27. August 2002)  
ISBN-10: 3404614747 
ISBN-13: 978-3404614745
Print: gibt es nur noch über Drittanbieter, ich habe mein Exemplar für 0,97 € erworben

Gebundene Ausgabe: 317 Seiten 
Verlag: Fischer Scherz (1. Januar 1999) 
ISBN-10: 350218755X 
ISBN-13: 978-3502187554
HC: 29,95 €


Meine Rezension:

Ich habe nach Büchern gesucht, wo es um Charaktere geht die Gehörlos sind. So bin ich auf die Biografie von Bonnie Poitras Tucker gestoßen, eine Frau die Gehörlos zu Welt kam. Sich aber immer in der Hörenden Welt bewegt hat, als ob sie selbst hörend wäre. 

Sie schildert bereits von frühesten Kindheitstagen, wie sie die Sprache erlernte und sich nicht bewusst war, das sie selbst nicht hörend ist. Ihre Mutter, die immer nur Schwerhörig angibt, damit Bonnie auf eine normale Schule gehen kann. Das tägliche Training, das Lesen von Lippen, welches sie perfektioniert. 

Ihren Weg, durch die Schule, Highschool und später dann das College. Sie beschreibt Bildhaft, die Schwierigkeiten als junge Mutter, die nicht hörend ist. Mitunter liest es sich amüsant, auch wenn es ein ernstes Thema ist. Sie hat niemals die Gebärdensprache erlernt, dafür das Lippenlesen. Sie beschreibt die Schwierigkeiten, wenn die Männer einen Bart tragen oder gar mit Akzent sprachen. Bonnie P. Tucker hat das unmögliche möglich gemacht, nicht nur das sie sich unter den Hörenden bewegt hat, so das viele schnell wieder vergassen das sie nicht hört. Sie hat es im Alter von 38 Jahren noch für ein Jura Studium entschieden. Und nicht nur das, sie hat es soweit gebracht das sie Teilhaberin wurde. Sie wurde  Jungprofessorin  und setzt sich für Behinderte und deren Recht ein. Erst als Sie selbst bereits Lebensälter war, hat sie sich selbst den Gehörlosen angeschlossen. 

Mein Fazit:
Das Buch regt an, zum nachdenken, sich bewusst werden, was wir alles hören können. Bonnie P. Tucker ist eine Frau die einen starken Charakter hat, sie hat trotz ihrer Gehörlosigkeit, in einer Zeit wo es Frauen zuallererst bestimmt war Hausfrauen zu werden, Studiert und ihr Leben und das ihrer Kinder in die Hand genommen. Sie beschreibt viele Jahrzehnte ihres Lebens mit vielen Facetten und Schwierigkeiten. Man erfährt etwas über die Hilfsmittel für Gehörlose und deren Entwicklung und noch viele kleinere Randgeschichten. Ich kaufte das Buch aus Recherche Gründen, und fand eine Biografie die mich bewegt hat. Bonnie P. Tucker ist heute 79 Jahre alt, leider findet man nicht allzu viel von ihr im Netz. Was in der heutigen Zeit schon mehr als erstaunlich ist. 
Von mir gibt es für das Buch eine Kauf und Leseempfehlung, für alle die Biografien mögen, und für alle die einfach mal eine andere Art von einer Biografie lesen wollen.

Eure Jeanette

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